FTSE 100 Index: Indizes und ihre Auswirkungen auf die globalen Märkte
Die globalen Kapitalmärkte sind stark auf Benchmark-Indizes angewiesen, um die Bewertung von Aktien zu verfolgen.
Einer der wichtigsten dieser Benchmark-Indizes ist der FTSE 100.
Dieser Index bildet die finanzielle Performance der 100 größten an der London Stock Exchange gelisteten Unternehmen ab.
Diese Indizes sind nicht unveränderlich. Seit seiner Einführung hat sich der FTSE 100 von einer rein nationalen Leistungskennzahl zu einem Instrument entwickelt, das makroökonomische Schocks weltweit widerspiegelt.
Die globalen Märkte haben in den letzten Jahrzehnten einige der schwersten Turbulenzen erlebt, unter anderem durch aktuelle geopolitische Ereignisse. Die Top-100-Unternehmen im FTSE haben beispielsweise Rekordbewertungen erreicht, wodurch der Index die Marke von 10.000 Punkten überschritten hat.
In diesem Artikel werfen wir einen tieferen Blick auf die FTSE-100-Unternehmen, wie man in den FTSE investiert und wie dieser Index – zusammen mit anderen – die globalen Marktdynamiken beeinflusst und von ihnen beeinflusst wird.

FTSE 100: Grunddefinition der Financial Times Stock Exchange
Der FTSE 100 wurde im Januar 1984 mit einem Basiswert von 1.000 Punkten eingeführt und ist ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Aktienindex.
Er misst in Echtzeit die Performance der qualifizierten Unternehmen, die an der London Stock Exchange gelistet sind.
Sein Name stammt von der Financial Times Stock Exchange, entstanden aus einem Joint Venture zwischen der Financial Times und der London Stock Exchange Group. Er wird auch häufig Footsie genannt.
Der Index wird derzeit von FTSE Russell verwaltet, das für die korrekte Abbildung der 100 größten Unternehmen des britischen Aktienmarktes sowie für die Festlegung der Zulassungskriterien verantwortlich ist.
Am Ende des Tages repräsentiert dieser Index die Eliteklasse des britischen Unternehmenssektors. Es handelt sich um Blue-Chip-Unternehmen mit großer operativer Reichweite, institutioneller Stabilität und hoher Liquidität.
Bei seiner Einführung war eines der Hauptziele, die Entwicklung des Marktes für Derivatekontrakte zu unterstützen, die heute ein wesentlicher Bestandteil der Finanzmärkte sind.
Wie der FTSE 100 berechnet wird
Der FTSE 100 wird auf eine sehr spezielle Weise berechnet.
Er basiert auf der Free-Float-Marktkapitalisierungsgewichtung, um den genauen Indexwert zu bestimmen. Dieses Modell unterscheidet sich von anderen preisgewichteten Modellen, da es die mathematischen Auswirkungen der Bestandteile proportional zur gesamten Marktkapitalisierung ausgleicht.
Außerdem werden Anteile herausgefiltert, die von Regierungen oder privaten Parteien gehalten werden, sodass nur frei handelbare Aktien die Berechnung des Footsie beeinflussen.
Unten sehen Sie eine von der Investing.com Academy bereitgestellte Abbildung, die zeigt, wie sich der Wert des FTSE 100 zusammensetzt.

Wer im FTSE 100 enthalten ist und wie er den britischen Aktienmarkt beeinflusst
Die FTSE-Russell-Gruppe folgt einer strengen Methode, um zu bestimmen, wer im Index enthalten ist.
Jeden März, Juni, September und Dezember finden Überprüfungen der Indexzusammensetzung statt.
Ein Unternehmen kann automatisch in den FTSE 100 aufgenommen werden, wenn seine Marktkapitalisierung auf Platz 90 unter den qualifizierten Unternehmen steigt.
Fällt ein Indexbestandteil auf Platz 111 oder schlechter, wird er aus dem Index entfernt.
Diese verdrängten Aktien wechseln dann in den FTSE 250 Index, der Mid-Cap-Unternehmen abbildet. Kleinere Unternehmen gelangen wiederum in den FTSE All-Share.
Insgesamt gehören die FTSE-100-Komponenten zu den größten Unternehmen in Pfund und Euro. Es handelt sich um die „Stars“ der britischen Wirtschaft, die jedoch weltweit Umsätze erzielen. Beispiele sind HSBC Holdings, Shell, AstraZeneca, Unilever usw.
Die FTSE-Gruppe als Wirtschaftsindikator für Finanzmärkte
Indizes dienen dazu, Einblicke in die Marktstimmung über Sektoren und Regionen hinweg zu geben. Manchmal kann man allein durch die Entwicklung eines Index beurteilen, wie es um bestimmte Teile der Welt steht. Wenn ein Index stark mit bestimmten Branchen verbunden ist, kann man ableiten, wie diese Branchen die globale Versorgung beeinflussen.
Die FTSE-Russell-Gruppe konzentriert sich stark auf Sektoren wie Banken, Gesundheitswesen, Energie und Industriegüter.
Noch wichtiger: Obwohl diese Unternehmen im Vereinigten Königreich ansässig sind, handelt es sich größtenteils um globale Konzerne. Rund 80 % ihrer Gesamterlöse stammen in der Praxis außerhalb des Vereinigten Königreichs.
Diese „geografische Diskrepanz“ führt zu einem interessanten Effekt: einer inversen Korrelation zwischen dem britischen Pfund und dem Indexniveau.
Wenn das Pfund gegenüber dem US-Dollar abwertet, werden Auslandserlöse in mehr britische Pfund umgerechnet. Dadurch steigt die inländische Marktkapitalisierung.
Den Footsie zu verfolgen kann sich anfühlen wie das Verfolgen eines Investor-Sentiment-Index für die globale Industriegesundheit und nicht nur eines lokalen Indikators für die britische Wirtschaft.


